Dörfles-Esbach, 03.02.2015, von Iris Kolibius

Kraftfahrerunterweisung und Motmarsch

Am Dienstag, 03.02.2015 fand die alljährliche Unterweisung für Kraftfahrer des OV Coburg in der THW-Unterkunft in Dörfles-Esbach statt. Im Anschluss daran konnte das soeben gelernte in einem Motmarsch durch den Landkreis umgesetzt werden.

Häufig werden bei einem Großschadenereignis mehrere THW-Fahrzeuge eines oder mehrerer Ortsverbände angefordert um umfangreiche technische Hilfe am Einsatzort zu leisten. Zuletzt war dies in größerem Umfang für die Einsatzkräfte des THW Coburg im Hochwassereinsatz Passau der Fall.

Mehrere THW-Fahrzeuge fahren dann gemeinsam in einem sogenannten geschlossen Verband zum Einsatzort. Ein geschlossener Verband, der auch Motmarsch (motorisierter Marsch) oder Kolonne genannt wird, beinhaltet mindestens drei Fahrzeuge. Sind über 30 Kraftfahrzeuge beteiligt ist im Regelfall eine Genehmigung der zuständigen Behörde nötig.

In der einmal pro Jahr stattfindenden Kraftfahrerunterweisung wird unter anderem auch das Wissen bezüglich Fahrten in einem geschlossenen Verband aufgefrischt. So lernten die Helfer dass es für eine Kolonne einheitliche Verkehrsregeln und Anordnungen gemäß Straßenverkehrsordnung und den Verwaltungsvorschriften zur Straßenverkehrsordnung gibt.

Ein geschlossener Verband gilt verkehrsrechtlich als ein Fahrzeug. Alle Fahrzeuge des Verbandes dürfen beispielsweise ein rotes Ampelsignal an einer Kreuzung überfahren, sobald das erste Fahrzeug die Ampel bei grün passiert hat.

Wichtig ist hierbei, dass andere Verkehrsteilnehmer den Verband deutlich erkennen. Alle Fahrzeuge fahren deshalb generell mit Abblendlicht, das erste Fahrzeug mit blauem Blinklicht und blauer Flagge und das letzte Fahrzeug ebenfalls mit blauem Blinklicht und grüner Flagge. Der jeweilige Vordermann achtet stets darauf, dass der Kontakt zum folgenden KFZ vor allem nach Steigungen und Abbiegevorgängen nicht abreißt, sodass sich der geschlossene Verband immer mit angemessenem Fahrzeugabstand bewegt.

Im Anschluss an die Unterweisung folgte die praktische Umsetzung eines geschlossenen Verbandes. Der Zugführer des OV Coburg René Göbel gab bekannt welche Fahrzeuge in welcher Reihenfolge innerhalb des geschlossen Verbandes fahren werden und teilte im Anschluss eine Straßenkarte mit der ca. 90 Kilometer langen Strecke des Motmarsches aus.

Den Beginn machte der Mannschaftstransportwagen mit Zugtrupp. Im Anschluss folgten der VW Passat als Stabsfahrzeug, der Gerätekraftwagen I mit Anhänger, der Mehrzweckkraftwagen mit Lichtanlage, der Mannschaftslastwagen IV mit Stromaggregat, der Mannschaftslastwagen III mit KAESER-Kompressor, Mannschaftslastwagen I und abschließend Kipper und Tieflader.

Nach dem Aufsitzen aller Kraftfahrer und der anwesenden Helfer der jeweiligen Fachgruppen wurde die Leitstelle über das weitere Vorgehen informiert. Im Anschluss wurde die Funkfrequenz gewechselt, sodass die Kraftfahrzeuge des geschlossenen Verbandes in Kontakt stehen konnten.

Die nun zu fahrende Strecke führte die THW-Kolonne quer durch den Landkreis Coburg. Neben dem richtigen Verhalten in einer Kolonne konnten alle Kraftfahrer einiges an Fahrpraxis sammeln. Während der mehrstündigen Fahrt wurde viele Höhenmeter, Serpentinen und schneebedeckte Straßen passiert bis der geschlossene Verband gegen 22:00 Uhr wieder in der Unterkunft ankam.

Alle Helfer lobten im Anschluss die gute Erfahrung, die sie durch eine Verbindung von theoretischem Unterricht und praktischer Ausfahrt an diesem Tag erlebt haben.


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