Rödental, 21.10.2017, von Iris Kolibius

Katastrophenschutzübung Talbrücke Froschgrundsee am 21.10.2017

Auf dem Streckenabschnitt VDE 8.1 der ICE Neubaustrecke München – Berlin bildete die 798 Meter lange und 65 Meter hohe zweigleisige Talbrücke über den Froschgrundsee eine besondere Herausforderung für die Erprobung des Ernst-falles im Gleisbereich. Bei einem simulierten Zusammenstoß in der Mitte der Brücke war der Einsatz einer Vielzahl an Rettungskräften gefordert.

Besondere Hürden für die Rettungskräfte sind zahlreiche Tunnel und Brücken entlang der Strecke durch den Thüringer Wald. Häufig beschränken sich hierbei die Angriffswege auf wenige Zugänge. Es sind kaum Rettungsplätze vorhanden und eine ausreichende Löschwasserversorgung ist nicht immer sichergestellt.

Um die Hilfs- und Rettungsdienste auf den Ernstfall vorzubereiten, wurde ein entsprechendes Übungsszenario vorbereitet.  

So befährt noch vor der offiziellen Streckeneröffnung in den Morgenstunden des 21.10.2017 ein ICE aus Nürnberg kommend die Gleisstrecke Richtung Erfurt.

Zur selben Zeit befinden sich Arbeiter eines Bautrupps auf der Eisenbahn-Talbrücke des Froschgrundsees und führen Arbeiten an den Lärmschutzwänden durch. Den Mitarbeitern ist dabei nicht bewusst, dass sie sich nicht auf dem für die Baumaßnahme gesperrten Streckenbereich befinden, sondern ihre Arbeiten auf den für den weiteren Fahrbetrieb freigegebenen Streckenteil durchführen.

Hierdurch kommt es um ca. 09:30 Uhr, zur Kollision des ICE mit dem Fahrzeug des Bautrupps auf der Mitte der Talbrücke des Froschgrundsees. Es entsteht eine starke Rauchentwicklung und die Gefahr eines Brandes im Bereich des Zugführerraumes des ICE.

Durch den Zusammenstoß sind der Zugführer, einige Reisende und 3 Bauarbeiter schwer bzw. tödlich verletzt. Ein Bauarbeiter ist vermisst und nicht auffindbar. Weitere 80 Reisende sind zum Teil geschockt bzw. haben Angstzustände. Viele Reisende leisten Erste Hilfe und setzen Notrufe ab.  

Nach den eingegangen Notrufen löst die Integrierten Leitstelle Coburg um 09:32 Uhr die Alarmierung aus.

Alarmiert werden dabei die Feuerwehren, (mit den Tunnelbasiseinheiten) aus Stadt und Landkreis Coburg sowie Sonneberg, Rettungsdienst, Notfallmanager der Deutschen Bahn, Technisches Hilfswerk,  Führungsgruppe Katastrophenschutz – Landratsamt Coburg,  Bundespolizei, sowie Kräfte der Psychosozialen Notfallversorgung. Verletzte und betroffene Insassen sowie Mitarbeiter der Baufirma werden durch die Ausbildungseinheit der Bundespolizei dargestellt.

Die Hauptaufgaben der Einsatzkräfte der THW Coburg sind das Schaffen von Zuwegen zum Gleis im Gelände, Führen des Bereitstellungsraums für alle Organisationen und Mitarbeit in der örtl. Einsatzleitung.  

Die Kräfte der Fachgruppe Führung und Kommunikation des THW Mellrichstadt und Halle organisierten den Bereitstellungsraum und unterstützen die Einsatzleitung des THW. Insgesamt arbeiteten somit alleine 37 Helfer aus 4 THW Ortsverbänden Hand in Hand.

Im Vorfeld der Übung unterstützen außerdem die Kameraden der Fachgruppe Sprengen des THW Forchheim um die Rauchentwicklung und Brandsimulation.

Gegen 13:30 Uhr ist die Übung beendet. Die Wege zur Unfallstelle waren freigeräumt, die Rettungsdienste und Helfer der PSNV versorgten die verunglückten und geschockten Personen und die Feuerwehren konnten die Brandentwicklung bekämpfen.

Im Anschluss an die Übung wird nun eine ausführliche Analyse und Beurteilung des Einsatzgeschehens vorgenommen.


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