Rödental, 21.10.2017, von Iris Kolibius

Katastrophenschutzübung - Interview Lars Bauer

Jede durchgeführte Übung erweitert den Erfahrungsschatz der ehrenamtlichen Helfer des THW Ortsverbandes Coburg. Welche Eindrücke Einsatzkräfte aus solchen Szenarien mitnehmen verdeutlichen die Interviews der beiden ehrenamtlichen Helfer Lars Bauer und Frederik Jakob.

Lars Bauer

Lars Bauer

Welcher Einheit gehörst du an?

THW OV Coburg, B1 (Erste Bergungsgruppe)

 

Hast du schon an mehreren Großübungen teilgenommen, wenn ja z.B. welchen?

Tunnel-Einsatzübung ICE in Bad Staffelstein

 

Wurdest du auf diese Übung vorbereitet und wenn ja wie?

Durch regelmäßige Ausbildungsdienste wird man für eine derartige Übung geschult. Das Wissen welches im Einsatz erforderlich ist beschränkt sich dann auf einen Ausschnitt des Erlernten. Speziell auf die Übung bezogen haben die Ausbildungen im Vorfeld rund um das Einsatzgerüstsystem sicherlich für eine gute Vorbereitung gesorgt.

 

Wie hast du das Einsatzszenario vor Ort erlebt?

Da meine Einheit auch bei der Vorbereitung der Einsatzübung beteiligt war, waren das Szenario und die örtlichen Gegebenheiten bekannt. Ein ICE war mit einem Schienenbaustellenfahrzeug kollidiert und es kam zu einer Brandentwicklung. Es gab viele Verletzte und geschockte Personen die von einer ca. 65 Meter hohen Brücke in Sicherheit gebracht werden mussten.

Mit Ankunft an der Einsatzstelle bot sich aus meiner Sicht zu Beginn der Übung jedoch ein noch unstrukturiertes Bild der beteiligten Einsatzkräfte. Materialablagen und klar definierte Räume für Verletzte mussten festgelegt werden.

 

Was waren deine Aufgaben vor Ort?

Meine Einheit hat mit Unterstützung der Fachgruppe Räumen ein Plateau mit einer schrägen Ebene auf Höhe der Betonschwellen der Gleise gebaut, damit Verletzte und Einsatzkräfte komfortabel von den Gleisen über den Bahngraben laufen können bzw. getragen werden können um anschließend die Fahrzeuge zu erreichen.

 

Wie bewertest du den Erfolg der/den Sinn solcher Übungen?

Seitens unserer Einheit hat es gezeigt, dass wir in kurzer Zeit ein gutes System errichten können, um bei einer Großschadenslage zu unterstützen. Das professionelle Auftreten und die Geschwindigkeit sind durchaus als Erfolg zu bezeichnen. Jedoch kann man den Erfolg nur auf sein eigenes Einsatzbild beziehen. Eine Gesamtbeurteilung fällt mir als Helfer schwer.

Das Bergen der Unfallfahrzeuge und die Unterstützung für den Abtransport des Zuges konnten wir im Rahmen dieser Übung leider nicht proben.

 

Was hast du gelernt in technischer Sicht aber auch persönlich?

Mein Wissen zum Einsatzgerüstsystem konnte weiter verbessert werden und die Flexibilität des Systems ist beeindruckend. Persönlich durfte ich feststellen, dass eine ordentliche Kraftfahrerausbildung wirklich enorm wichtig ist.


  • Lars Bauer

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